Unsere Sexualität folgt oft einem linearen Skript: Vorspiel, Steigerung, Penetration, Orgasmus, Ende. Wenn dieses Ziel feststeht, wird alles davor zum Mittel zum Zweck. Wir sind im Kopf schon beim „Ergebnis“ und übersehen dabei die unendlichen Nuancen des Weges.
Dieses zielorientierte Denken erzeugt Druck. Was, wenn der Orgasmus ausbleibt? War der Sex dann „umsonst“? Im Sexological Bodywork etablieren wir das Konzept des „Non-Goal-Mapping“. Wenn wir das Ziel streichen, entsteht ein Vakuum, das plötzlich Platz für echte Neugier macht. Ohne das „Müssen“ wird die Berührung am Ohrläppchen oder das Streicheln der Wade plötzlich zu einem Ereignis für sich.
Die Technik: „Slow Touch“ (Die Kunst der Entschleunigung) Wir sind oft viel zu schnell unterwegs. Schnelligkeit macht taub.
Die Übung: Wähle eine Stelle deines Körpers aus (z.B. den Oberschenkel). Berühre ihn so langsam, dass du für eine Strecke von 10 Zentimetern mindestens eine ganze Minute brauchst. Beobachte genau: Was spürst du in deinen Fingerspitzen? Welche Textur hat deine Haut? Wo beginnt die Gänsehaut? Was passiert in deinem Atem, während du so langsam bist? Diese radikale Verlangsamung zwingt dein Gehirn, aus dem Automatik-Modus auszusteigen. Du beginnst, die Welt der Empfindungen in High Definition wahrzunehmen.

No responses yet